P H I L I P P   K O C H H E I M
"ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL"
"ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL"

"Philipp Kochheim hat das Singspiel als pessimistische Beziehungsstudie inszeniert, aus der am Ende nur Einsame hervorgehen. Das größte Kunststück des Regisseurs ist jedoch nicht, daß er jede Frau konsequent zwischen zwei Männer setzt, sondern daß er die Unsicherheit deutlich macht, welche die handelnden Personen angesichts dieser Lage befällt. Dabei wird in der Schlüsselszene kein einziger Ton gesungen: Da sitzen, kurz vor dem Finale, beide Paare stumm auf Bänken nebeneinander und haben sich außer flachen Floskeln rein gar nichts zu sagen. Nach seinem viel beachteten "Tannhäuser" jüngst am Heidelberger Theater hat Philipp Kochheim bewiesen, daß dem Regietheater mit ihm ein sehr ernst zu nehmender Vertreter zugewachsen ist. Mit ihm wird in Zukunft hoffentlich zu rechnen sein." (Stuttgarter Nachrichten, 19.11.2003)